(djd/nl). Millionen Frauen, die Hormon-Präparate gegen
Wechseljahrsbeschwerden brauchen, haben Angst vor Nebenwirkungen. Jetzt
gaben Experten auf dem Fortbildungskongress der Frauenärztlichen
Bundesakademie dazu Empfehlungen. Östrogen-Präparate zur Hormontherapie, die
auf die Haut aufgetragen werden, sind deutlich besser verträglich. Eine
Behandlung sollte wegen ihrer zusätzlichen positiven Wirkung auf die Gefäße
so früh wie möglich einsetzen.
Die Dosis sollte dabei so niedrig wie möglich sein. So zeigte eine Studie in
Frankreich: Östrogen-Gel (z.B. Gynokadin Dosiergel), das individuell dosiert
werden kann und eine Leberbelastung durch die äußerliche Anwendung
vermeidet, lindert Beschwerden wie Hitzewallungen zuverlässig. Gleichzeitig
ist das Thromboserisiko viermal niedriger. Wenn Patientinnen mit vorhandener
Gebärmutter zusätzlich Gestagene einnehmen müssen, plädieren die Frauenärzte
für das natürliche Schwangerschaftshormon Progesteron (z.B. Utrogest). Im
Gegensatz zu künstlichen Gestagenen erhöht natürliches Progesteron das
Brustkrebs-Risiko nicht, so eine Untersuchung an mehr als 54.000 Frauen in
Frankreich, die eine Kombination aus Östrogen-Gel und Progesteron bis zu
sechs Jahre eingenommen hatten.